Probiotics
Lebende Mikroorganismen mit stamm- und indikationsspezifischen Wirkungen; das klarste Signal betrifft die Vorbeugung mancher antibiotikaassoziierter Durchfälle.
Veröffentlicht Aktualisiert Änderungsverlauf
ModeratWas die Evidenz sagt
„Probiotikum“ bezeichnet keine einheitliche Behandlung. Der für einen benannten Stamm oder eine bestimmte Mehrstamm-Zubereitung in geprüfter Dosis gezeigte Nutzen lässt sich nicht automatisch auf andere Organismen, Joghurt, Gummiprodukte, Sporenpräparate oder eine beliebige Keimzahl übertragen.[4][3]
Am besten gestützt ist die Vorbeugung antibiotikaassoziierten Durchfalls. Eine Metaanalyse von 2021 mit 42 Erwachsenenstudien und 11.305 Teilnehmenden fand insgesamt ein geringeres Risiko, wobei die Wirkung von Ausgangsrisiko, Dosis und Spezies abhing. Auch eine Netzwerk-Metaanalyse zeigte relevante Unterschiede zwischen Präparaten statt eines einheitlichen Klasseneffekts.[1][2]
Die AGA empfiehlt nur bestimmte Stämme oder Kombinationen für ausgewählte Antibiotikaempfänger und einige eng begrenzte Situationen. Für die meisten Verdauungserkrankungen sieht sie unzureichende Evidenz oder empfiehlt die Anwendung nur in klinischen Studien. Das stützt keine routinemäßige Einnahme für unscharfe Ziele wie Entgiftung, Immunität, Stimmung oder ein universell „ausgeglichenes Mikrobiom“.[3][4]
Blähungen und vorübergehende Stuhlveränderungen sind häufig. Blutstrominfektionen oder Fungämien sind selten, wurden aber besonders bei kritisch Kranken, Immungeschwächten, Menschen mit zentralem Venenkatheter oder stark gestörter Darmbarriere berichtet. Produktverunreinigung und falsche Etikettangaben sind weitere Probleme, da viele Produkte Nahrungsergänzungen statt Arzneimittel sind.[5][4]
Mögliche Vorteile
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Aufschlüsselung der Evidenz
Dutzende randomisierte Studien stützen ausgewählte Produkte bei antibiotikaassoziiertem Durchfall. Ergebnisse lassen sich jedoch nicht auf andere Stämme, Dosen, Erkrankungen oder Handelsmischungen übertragen.
Unsere vollständige Methodik lesenStudien untersuchen die Häufigkeit von Durchfall und klinisch definierte Magen-Darm-Endpunkte.
Es gibt große Metaanalysen, doch Stämme, Dosen, Antibiotika, Populationen und Endpunkte sind sehr heterogen.
Bei gesunden Erwachsenen sind Wirkungen meist mild; bei gefährdeten Patienten treten selten invasive Infektionen auf.
Vollständige Quellenliste
- Probiotics for the prevention of antibiotic-associated diarrhoea: a systematic review and meta-analysis
BMJ Open · 2021
- Probiotics for the prevention of antibiotic-associated diarrhea in adults: a systematic review and network meta-analysis
Journal of Clinical Gastroenterology · 2018
- AGA Clinical Practice Guidelines on the Role of Probiotics in the Management of Gastrointestinal Disorders
Gastroenterology · 2020
- Probiotics: Health Professional Fact Sheet
NIH Office of Dietary Supplements · 2025
- A systematic review of the safety of probiotics
Expert Opinion on Drug Safety · 2014
ANABIOTICA