Marine Omega-3-Fettsäuren
Routinemäßige Fischölpräparate verhindern schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse nicht eindeutig; für ausgewählte verschreibungspflichtige Formulierungen gibt es engere Evidenz und andere Risiken.
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ModeratWas die Evidenz sagt
VITAL randomisierte 25.871 im Allgemeinen gesunde ältere Erwachsene für median 5,3 Jahre auf täglich 1 g marine Omega-3-Fettsäuren oder Placebo. Die Supplementierung verringerte schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, Krebs oder Gesamtsterblichkeit nicht signifikant, obwohl Herzinfarkte insgesamt als sekundärer Endpunkt seltener waren.[1]
Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zu 86 Studien mit 162.796 Teilnehmenden kam zu dem Schluss, dass eine erhöhte Zufuhr langkettiger Omega-3-Fettsäuren wenig oder keinen Einfluss auf Gesamtsterblichkeit, Herz-Kreislauf-Ereignisse insgesamt oder Schlaganfälle hat und einige koronare Endpunkte höchstens geringfügig senkt.[2]
Eine separate Metaanalyse von 38 Studien fand moderate Verringerungen der kardiovaskulären Sterblichkeit, nicht tödlicher Herzinfarkte und schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse, mit größeren Schätzungen in reinen EPA-Studien. Sie fand zugleich mehr Vorhofflimmern und zeigt damit, dass ein kleiner durchschnittlicher Nutzen nicht risikofrei ist.[3]
Ergebnisse verschreibungspflichtiger Produkte sind nicht mit gewöhnlichem Fischöl austauschbar. REDUCE-IT fand unter täglich 4 g gereinigtem EPA bei mit Statinen behandelten Hochrisikopatienten mit erhöhten Triglyceriden weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse. STRENGTH fand dagegen mit täglich 4 g einer EPA-DHA-Formulierung keinen Nutzen und beobachtete häufiger neu auftretendes Vorhofflimmern.[4][5]
Die NIH unterscheiden zwischen Meeresfrüchten, Nahrungsergänzungsmitteln und verschreibungspflichtigen Omega-3-Arzneimitteln. Verschreibungspflichtige Produkte senken zuverlässig sehr hohe Triglyceride; daraus folgt nicht, dass routinemäßiges frei verkäufliches Fischöl eine allgemeine Intervention für Herzgesundheit, Kognition oder Langlebigkeit ist.[6]
Mögliche Vorteile
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
- Eine hoch dosierte Omega-3-Behandlung kann Vorhofflimmern häufiger machen; bei Antikoagulanzien oder Thrombozytenhemmern ist das Blutungsrisiko zu beachten.[3][5]
- Fischiger Geschmack, Reflux, Übelkeit oder Durchfall können auftreten. Dosis, Reinheit, Oxidation und EPA-DHA-Zusammensetzung unterscheiden sich zwischen Präparaten.[6]
Aufschlüsselung der Evidenz
Große Endpunktstudien und Metaanalysen zeigen insgesamt wenig bis moderaten kardiovaskulären Nutzen, wobei die Ergebnisse stark von Formulierung, Dosis und Patientenrisiko abhängen.
Unsere vollständige Methodik lesenGroße Studien messen Herzinfarkte, Schlaganfälle, kardiovaskuläre Todesfälle und Krebs.
Die Evidenz umfasst große randomisierte Endpunktstudien und systematische Übersichtsarbeiten.
Risiken für Blutungen, Vorhofflimmern und Magen-Darm-Beschwerden wurden prospektiv untersucht.
Vollständige Quellenliste
- Marine n-3 Fatty Acids and Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer
The New England Journal of Medicine · 2019
- Omega-3 fatty acids for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease
Cochrane Database of Systematic Reviews · 2020
- Effect of omega-3 fatty acids on cardiovascular outcomes: A systematic review and meta-analysis
eClinicalMedicine · 2021
- Cardiovascular Risk Reduction with Icosapent Ethyl for Hypertriglyceridemia
The New England Journal of Medicine · 2019
- Effect of High-Dose Omega-3 Fatty Acids vs Corn Oil on Major Adverse Cardiovascular Events in Patients at High Cardiovascular Risk
JAMA · 2020
- Omega-3 Fatty Acids: Health Professional Fact Sheet
NIH Office of Dietary Supplements · 2026
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