Forschung

Senolytika

Experimentelle Substanzen zur Beseitigung seneszenter Zellen, mit interessanter Biologie, aber nur winzigen frühen Humanstudien.

Experimentell
Evidenzbewertung
Evidenzprüfung

Was die Evidenz sagt

Seneszente Zellen teilen sich nicht mehr und können Signale freisetzen, die umliegendes Gewebe beeinflussen. Senolytika sollen einen Teil dieser Zellen selektiv beseitigen. Unterschiedliche Substanzen und Kombinationen sind jedoch nicht austauschbar, und das Forschungsprogramm am Menschen befindet sich noch in einer frühen translationalen Phase.[2]

An einer randomisierten Pilotstudie zu Dasatinib plus Quercetin nahmen nur zwölf Menschen mit idiopathischer Lungenfibrose teil. Sie war auf Machbarkeit und Verträglichkeit, nicht auf Wirksamkeit ausgelegt; explorative Messungen zu Gebrechlichkeit, Lunge und körperlicher Funktion schienen sich zwischen den Gruppen nicht bedeutsam zu unterscheiden.[1]

Eine offene Studie mit neun Menschen mit diabetischer Nierenerkrankung berichtete nach drei Behandlungstagen verringerte Marker der Belastung durch seneszente Zellen. Eine separate offene Phase-1-Studie mit fünf Menschen mit leichter Alzheimer-Krankheit wies eine begrenzte Exposition gegenüber Dasatinib im zentralen Nervensystem nach, fand aber keine signifikante Veränderung kognitiver Endpunkte oder bildgebender Befunde.[2][4]

Auch die größte veröffentlichte Studie ist klein: Bei 60 postmenopausalen Frauen verbesserte intermittierendes Dasatinib plus Quercetin den primären Endpunkt zur Knochenresorption insgesamt nicht. Kurzlebige Veränderungen sekundärer Biomarker und explorative Teilgruppenbefunde sind Hypothesen, kein belegter klinischer Nutzen.[3]

Dasatinib ist ein Krebsmedikament, dessen Fachinformation vor Myelosuppression, schweren Blutungen, Flüssigkeitseinlagerung, Herz-Kreislauf-Wirkungen, pulmonaler Hypertonie und Arzneimittelwechselwirkungen warnt. Winzige Studien mit intermittierender Dosierung können seltene oder kumulative Schäden bei Menschen ohne Krebs nicht ausschließen.[5]

Mögliche Vorteile

  • Bietet eine experimentelle Methode, um zu prüfen, ob zelluläre Seneszenz beim Menschen veränderbar ist.[2]
  • Winzige Pilotstudien zeigen, dass intermittierende Behandlungsschemata prospektiv untersucht werden können.[1]

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die randomisierte Pilotstudie berichtete unter Dasatinib plus Quercetin deutlich mehr nicht schwerwiegende unerwünschte Ereignisse als unter Placebo, darunter Signale für Schlafstörungen und Angst.[1]
  • Seltene, kumulative und langfristige Risiken lassen sich aus Kohorten mit neun oder zwölf Teilnehmenden nicht abschätzen.[1][2]
So haben wir bewertet

Aufschlüsselung der Evidenz

Die Evidenz am Menschen beschränkt sich auf kleine Pilotstudien bei bestimmten Erkrankungen; Wirksamkeit, Dosierung, Sicherheit und Bedeutung für gesundes Altern sind ungeklärt.

Unsere vollständige Methodik lesen
Klinische RelevanzNiedrig

Keine Studie hat einen bedeutsamen Endpunkt für gesundes Altern oder Langlebigkeit belegt.

StudienqualitätNiedrig

Die Humanliteratur besteht aus sehr kleinen Phase-1- und Pilotstudien.

SicherheitsdatenNiedrig

Kleine Stichproben können seltene oder langfristige Schäden intermittierender Wirkstoffkombinationen nicht beschreiben.

Referenzen

Vollständige Quellenliste

  1. Senolytics dasatinib and quercetin in idiopathic pulmonary fibrosis: a randomized, placebo-controlled pilot trial

    eBioMedicine · 2023

  2. Senolytics decrease senescent cells in humans: Preliminary report from a clinical trial in diabetic kidney disease

    eBioMedicine · 2019

  3. Effects of intermittent senolytic therapy on bone metabolism in postmenopausal women: a phase 2 randomized controlled trial

    Nature Medicine · 2024

  4. Senolytic therapy in mild Alzheimer's disease: a phase 1 feasibility trial

    Nature Medicine · 2023

  5. Sprycel (dasatinib) prescribing information

    DailyMed, U.S. National Library of Medicine · 2024