Lebensstil

Krafttraining

Progressives Krafttraining verbessert Muskelkraft und körperliche Funktion zuverlässig in jedem Alter, auch bei sehr alten und gebrechlichen Erwachsenen.

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Evidenzprüfung

Was die Evidenz sagt

Die WHO empfiehlt an mindestens zwei Tagen pro Woche muskelkräftigende Aktivität für alle großen Muskelgruppen. Freie Gewichte, Maschinen, Widerstandsbänder und angemessen angepasste Übungen mit dem eigenen Körpergewicht können progressiven Widerstand bieten.[1]

Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zu 121 randomisierten Studien ergab, dass progressives Krafttraining bei älteren Erwachsenen eine große Verbesserung der Kraft und kleinere, aber bedeutsame Verbesserungen von körperlicher Funktion, Gehgeschwindigkeit und Aufstehen vom Stuhl bewirkt.[2]

Sehr alte und gebrechliche Erwachsene behalten eine erhebliche Anpassungsfähigkeit. Eine wegweisende Pflegeheimstudie berichtete nach zehn Wochen betreuten hochintensiven progressiven Trainings Kraftzuwächse von über 100 %. Ihre geringe Größe belegt weder langfristige Dauerhaftigkeit noch einen Effekt auf die Sterblichkeit.[3]

Metaanalysen prospektiver Kohorten verbinden Krafttraining mit einer etwa 10 % bis 17 % geringeren Gesamtsterblichkeit und deuten auf das niedrigste beobachtete Risiko bei rund 30 bis 60 Minuten pro Woche hin. Diese selbst berichteten Beobachtungsdaten können weder beweisen, dass das Training selbst das Leben verlängerte, noch dass ein höherer Umfang schädlich ist.[4][5]

Das Training sollte schrittweise gesteigert werden und Technik, Gleichgewicht, Erholung sowie bestehende orthopädische oder kardiovaskuläre Erkrankungen berücksichtigen. Vorübergehender Muskelkater ist häufig; gebrechliche Erwachsene oder Menschen mit instabilen Erkrankungen können von betreuten Anpassungen profitieren.[6][1]

Mögliche Vorteile

  • Verbessert die Muskelkraft erheblich und kann bei älteren Erwachsenen Gang, Aufstehen vom Stuhl und körperliche Funktion verbessern.[2]
  • Wirkt auch bei sehr alten oder gebrechlichen Erwachsenen, wenn das Programm angemessen betreut und progressiv ist.[3]

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Verzögerter Muskelkater, Muskelzerrungen, verschlimmerte Gelenkbeschwerden oder Stürze können auftreten, besonders bei übermäßiger Belastung oder schlechter Technik.[6]
  • Studien in gebrechlichen Populationen berichten Schäden nicht einheitlich; individuelle Betreuung kann daher angemessen sein.[2]
So haben wir bewertet

Aufschlüsselung der Evidenz

Mehr als hundert randomisierte Studien stützen Kraft- und Funktionsgewinne; geringere Sterblichkeit wird durch Beobachtungs-, nicht durch randomisierte Evidenz gestützt.

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Klinische RelevanzHoch

Kraft, Aufstehen vom Stuhl, Gang und körperliche Alltagsfunktion beeinflussen die Selbstständigkeit direkt.

StudienqualitätHoch

Eine große Evidenzbasis randomisierter Studien stützt progressives Training.

SicherheitsdatenHoch

Die Belastung lässt sich anpassen, allerdings werden Schäden in manchen Studien zu Gebrechlichkeit unvollständig berichtet.

Referenzen

Vollständige Quellenliste

  1. WHO Guidelines on Physical Activity and Sedentary Behaviour

    World Health Organization · 2020

  2. Progressive Resistance Strength Training for Improving Physical Function in Older Adults

    Cochrane · 2022

  3. Exercise Training and Nutritional Supplementation for Physical Frailty in Very Elderly People

    The New England Journal of Medicine · 1994

  4. Resistance Training and Mortality Risk: A Systematic Review and Meta-Analysis

    American Journal of Preventive Medicine · 2022

  5. Muscle-strengthening activities are associated with lower risk and mortality in major non-communicable diseases

    British Journal of Sports Medicine · 2022

  6. 2018 Physical Activity Guidelines Advisory Committee Scientific Report

    U.S. Department of Health and Human Services · 2018