Hautpflege

Azelainsäure

Eine topische Dicarbonsäure mit nützlicher Evidenz für Akne, papulopustulöse Rosazea und manche Hyperpigmentierungsstörungen.

Moderat
Evidenzbewertung
Evidenzprüfung

Was die Evidenz sagt

Azelainsäure ist eine natürlich vorkommende Dicarbonsäure, die topisch eingesetzt wird, und keine exfolierende Alpha-Hydroxysäure. Eine systematische Übersichtsarbeit zu 43 randomisierten Studien fand gegenüber Vehikel Nutzen bei Akne, papulopustulöser Rosazea und Melasma, aber keine geeignete randomisierte Evidenz zur Hautalterung.[1]

Bei Rosazea betrifft die stärkste Evidenz entzündliche Papeln und Pusteln, nicht anhaltende Rötung oder sichtbare Blutgefäße. Eine frühere systematische Übersicht fand 15%ige bis 20%ige Azelainsäure dem Vehikel überlegen und weitgehend mit topischem Metronidazol vergleichbar. Auch die FDA-Fachinformation für 15%iges Gel ist auf entzündliche Läsionen leichter bis mittelschwerer Rosazea begrenzt.[2][5]

Akne-Studien stützen eine Verringerung entzündlicher und nicht entzündlicher Läsionen. Netzwerk-Evidenz belegt Azelainsäure jedoch nicht als allgemein überlegen gegenüber Retinoiden, Benzoylperoxid oder Kombinationstherapie. Bei Melasma fand eine Metaanalyse insgesamt ähnliche Ergebnisse wie mit Hydrochinon, bei Unsicherheit durch kleine und heterogene Studien.[4][3]

Brennen, Stechen, Juckreiz, Trockenheit und Reizung sind die wichtigsten Einschränkungen, besonders in den ersten Wochen. Seltene Hypopigmentierung wurde berichtet; Veränderungen der Hautfarbe sollten daher geprüft werden. Die Bewertung „Moderat“ gilt für die genannten Hauterkrankungen und ist keine Evidenz für Faltenreduktion, Narbenentfernung oder allgemeine Verjüngung.[5][1]

Mögliche Vorteile

  • Verringert entzündliche Papeln und Pusteln bei leichter bis mittelschwerer papulopustulöser Rosazea.[2][5]
  • Kann Akne-Läsionen verbessern und bei manchen Patienten die Schwere eines Melasmas verringern.[4][3]

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kann an der Anwendungsstelle Brennen, Stechen, Juckreiz, Trockenheit, Schuppung oder Rötung verursachen.[5]
  • Seltene Veränderungen der Hautpigmentierung sind möglich; gereizte oder geschädigte Haut kann sie schlecht vertragen.[5]
So haben wir bewertet

Aufschlüsselung der Evidenz

Dutzende randomisierte Studien stützen erkrankungsspezifischen Nutzen. Vergleiche, Formulierungen und Endpunktmaße variieren jedoch; Anti-Aging-Aussagen sind nicht belegt.

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Klinische RelevanzHoch

Studien messen Akne-Läsionen, Rosazea-Entzündung, Melasma-Schwere und von Patienten bewertete Endpunkte.

StudienqualitätModerat

Die Evidenz umfasst randomisierte Studien und systematische Übersichtsarbeiten mit erheblichen Unterschieden zwischen Studien.

SicherheitsdatenHoch

Lokale Reaktionen und Anwendungsvorsicht sind in Fachinformationen und Studien gut beschrieben.

Referenzen

Vollständige Quellenliste

  1. A systematic review to evaluate the efficacy of azelaic acid in the management of acne, rosacea, melasma and skin aging

    Journal of Cosmetic Dermatology · 2023

  2. Azelaic acid in the treatment of papulopustular rosacea: a systematic review of randomized controlled trials

    Archives of Dermatology · 2006

  3. Azelaic Acid Versus Hydroquinone for Managing Patients With Melasma: Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials

    Cureus · 2023

  4. Efficacy and safety of topical treatments for acne vulgaris: a systematic review of randomized controlled trials

    British Journal of Dermatology · 2024

  5. FINACEA (azelaic acid) gel prescribing information

    U.S. Food and Drug Administration · 2021