Peptide

Tesamorelin

Ein zugelassenes Wachstumshormon-freisetzendes Peptid, das viszerales Fett bei HIV-assoziierter Lipodystrophie verringert, aber keine allgemeine Gewichtsabnahme- oder Anti-Aging-Behandlung ist.

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Was die Evidenz sagt

Tesamorelin ist ein Analogon des Wachstumshormon-freisetzenden Faktors und zur Verringerung überschüssigen Bauchfetts bei Erwachsenen mit HIV-assoziierter Lipodystrophie zugelassen. Die Fachinformation erklärt ausdrücklich, dass es nicht zur Gewichtsabnahme angezeigt, gewichtsneutral und seine langfristige kardiovaskuläre Sicherheit nicht belegt ist.[1]

In einer 26-wöchigen randomisierten Studie mit 412 Personen nahm das viszerale Fettgewebe unter Tesamorelin um 15,2 % ab, während es unter Placebo um 5,0 % zunahm; zugleich verbesserten sich die Triglyceride und IGF-1 stieg. Ein separates Programm mit 404 Personen fand bei fortgesetzter Behandlung eine Verringerung des viszeralen Fetts um etwa 18 %.[2][3]

Teilnehmende, die von Tesamorelin auf Placebo wechselten, gewannen viszerales Fett zurück. Das spricht für eine fortlaufende Krankheitsbehandlung statt eines kurzen kosmetischen Zyklus. Kleine HIV-Studien berichten außerdem weniger Leberfett, die Bedeutung für Leber- oder Herz-Kreislauf-Ereignisse bleibt jedoch unklar.[3][4]

Aussagen zu gesundem Altern sind nicht belegt. Eine 20-wöchige Studie mit 152 Personen zu Wachstumshormon-freisetzendem Hormon berichtete einen günstigen zusammengesetzten kognitiven Effekt. Eine Pilotstudie von 2026 mit 22 Personen fand dagegen keine direkte signifikante kognitive Veränderung. Keine der Studien belegt Demenzprävention oder eine längere gesunde Lebensspanne.[5][6]

Zu den Risiken laut Fachinformation zählen erhöhtes IGF-1, Glukoseintoleranz oder Diabetes, Ödeme, Gelenkschmerzen, Karpaltunnelsyndrom, Überempfindlichkeit, Reaktionen an der Injektionsstelle und Vorsichtsmaßnahmen bei malignen Erkrankungen. Tesamorelin ist nach WADA-Regeln außerdem jederzeit verboten.[1][7]

Mögliche Vorteile

  • Verringert überschüssiges viszerales Bauchfett bei Erwachsenen mit HIV-assoziierter Lipodystrophie.[2][3]
  • Kann bei ausgewählten HIV-Patienten Leberfett verringern, ein Nutzen für klinische Endpunkte ist jedoch nicht belegt.[4]

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Erhöhtes IGF-1, Glukoseintoleranz, Flüssigkeitseinlagerung, Gelenksymptome und Reaktionen an der Injektionsstelle erfordern Überwachung.[1]
  • Es ist kein zugelassenes allgemeines Arzneimittel für Fettverlust, Kognition, Bodybuilding oder Anti-Aging und hat Anti-Doping-Folgen.[1][7]
So haben wir bewertet

Aufschlüsselung der Evidenz

Große Phase-3-Studien stützen eine eng begrenzte Indikation; die Evidenz für Kognition, Körperbauverbesserung oder gesundes Altern ist klein und widersprüchlich.

Unsere vollständige Methodik lesen
Klinische RelevanzHoch

Zulassungsrelevante Studien messen die Verringerung viszeralen Fetts in der zugelassenen Patientenpopulation.

StudienqualitätHoch

Die zugelassene Indikation beruht auf großen randomisierten placebokontrollierten Studien.

SicherheitsdatenHoch

Die Fachinformation legt Überwachung, Gegenanzeigen und häufige Nebenwirkungen fest.

Referenzen

Vollständige Quellenliste

  1. Egrifta WR (tesamorelin) prescribing information

    DailyMed, U.S. National Library of Medicine · 2025

  2. Metabolic Effects of a Growth Hormone-Releasing Factor in Patients with HIV

    The New England Journal of Medicine · 2007

  3. Effects of tesamorelin in HIV-infected patients with abdominal fat accumulation: a randomized placebo-controlled trial with a safety extension

    Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes · 2010

  4. Effects of tesamorelin on non-alcoholic fatty liver disease in HIV: a randomised, double-blind, multicentre trial

    The Lancet HIV · 2019

  5. Effects of growth hormone-releasing hormone on cognitive function in adults with mild cognitive impairment and healthy older adults

    Archives of Neurology · 2012

  6. The effect of growth hormone-releasing hormone on cognition and brain connectivity in healthy older adults and those with mild cognitive impairment

    eNeurologicalSci · 2026

  7. 2026 List of Prohibited Substances and Methods

    World Anti-Doping Agency · 2026