Peptide

Humanes Wachstumshormon

Ein verschreibungspflichtiges Hormon mit etablierten Ersatzindikationen, aber ungünstigem Nutzen-Risiko-Profil für gesundes Altern oder Körperbauzwecke.

Unzureichend
Evidenzbewertung
Evidenzprüfung

Was die Evidenz sagt

Rekombinantes humanes Wachstumshormon ist für definierte Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen zugelassen, darunter bestätigter Wachstumshormonmangel. Ein niedriger altersangepasster IGF-1-Wert oder der normale altersbedingte Hormonrückgang allein ist nicht dieselbe Diagnose und begründet keine Ersatzindikation.[6]

Eine einflussreiche Studie von 1990 berichtete bei zwölf behandelten älteren Männern mehr fettfreies Gewebe und weniger Fett. Sie war jedoch klein, keine moderne placebokontrollierte Wirksamkeitsstudie und belegte weder bessere Kraft noch Selbstständigkeit oder Langlebigkeit. Spätere randomisierte Arbeiten fanden Veränderungen der Körperzusammensetzung ohne verbesserte Muskelkraft oder Trainingsleistung.[2][3]

Eine systematische Übersichtsarbeit zu gesunden älteren Erwachsenen fand eine moderate Fettreduktion und Zunahme fettfreier Masse, keinen überzeugenden funktionellen Nutzen und deutlich mehr Ödeme, Gelenkschmerzen, Karpaltunnelsyndrom und Glukoseprobleme. Eine breitere Übersicht kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Evidenz Wachstumshormon nicht als Anti-Aging-Behandlung stützt.[1][5]

Die Fachinformation warnt vor akuten kritischen Erkrankungen, aktiven malignen Erkrankungen, intrakranieller Hypertonie, Glukoseintoleranz oder Diabetes, Flüssigkeitseinlagerung, Hypothyreose und weiterem Überwachungsbedarf. Untergrund- oder individuell hergestellte Produkte bringen zusätzlich zu den pharmakologischen Risiken Unsicherheit bei Identität, Sterilität und Dosierung mit sich.[6][4]

Mögliche Vorteile

  • Stellt die Hormonexposition wieder her und kann bei Erwachsenen mit streng diagnostiziertem Wachstumshormonmangel die Körperzusammensetzung verbessern.[6]
  • Bewirkt bei gesunden älteren Erwachsenen im Mittel kleine Zunahmen fettfreier Masse und Abnahmen der Fettmasse, ohne belegten funktionellen Nutzen.[1]

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Ödeme, Gelenkschmerzen, Karpaltunnelsymptome und Glukoseintoleranz sind häufige dosisabhängige Probleme.[1][6]
  • Es kann das Diabetesrisiko verschlechtern und ist bei aktiven malignen Erkrankungen sowie manchen akuten kritischen Erkrankungen kontraindiziert.[6]
So haben wir bewertet

Aufschlüsselung der Evidenz

Studien bei gesunden älteren Erwachsenen zeigen kleine Veränderungen der Körperzusammensetzung ohne verlässliche Kraft- oder Funktionsgewinne, bei häufigen Ödemen, Gelenksymptomen und Glukosewirkungen.

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Klinische RelevanzModerat

Studien messen fettfreie Masse und Fettmasse, aber selten bedeutsame Funktion oder langfristige Gesundheit.

StudienqualitätModerat

Es gibt randomisierte Studien, die meisten sind jedoch klein, kurz und verwenden unterschiedliche Dosen.

SicherheitsdatenHoch

Fachinformationen zugelassener Produkte und gepoolte Studien dokumentieren erhebliche dosisabhängige Schäden.

Referenzen

Vollständige Quellenliste

  1. Systematic review: the safety and efficacy of growth hormone in the healthy elderly

    Annals of Internal Medicine · 2007

  2. Effects of human growth hormone in men over 60 years old

    The New England Journal of Medicine · 1990

  3. Effect of growth hormone and resistance exercise on muscle growth in young men

    American Journal of Physiology · 1992

  4. Effects of growth hormone in men over 60 years old

    The New England Journal of Medicine · 1996

  5. Growth hormone treatment in older adults: effects on health and comorbidities

    Journal of Clinical Medicine · 2024

  6. Genotropin (somatropin) prescribing information

    DailyMed, U.S. National Library of Medicine · 2025